reflections

Wie alles begann...

Mein Name ist Stina. Ich bin noch 36 Jahre jung und ich bin zu fett.  Mein BMI liegt aktuell bei fast 45. Mein Gewicht sollte eigentlich zwischen 58 kg und 74kg liegen. Knapp verfehlt....

Die Idee zu diesem Blog kam mir in den letzten Monaten. Zuvor hatte ich noch nie einen Blog und eigentlich bin ich auch fast zu faul um ständig zu schreiben aber in den letzten Monaten musste ich feststellen, dass es zum Thema "Magen-OP" wenig Informationen gibt. Natürlich findet man immer wieder Infos von diversen Kliniken aber viele Fragen beantwortet das weltweite Web leider nicht. Die Idee eines Videoblogs finde ich auch ganz spannend aber ich wollte mein Gesicht erstmal nicht zeigen, denn ich habe mich dazu entschieden, erstmal nicht vielen Menschen in meinem Umfeld von meiner bevorstehenden OP zu berichten. Das muss jeder für sich entscheiden und ich habe mich bewusst dagegen entschieden, da ich in meinem Alltag viel mit Oberflächlichkeit zu tun habe.
Wie gesagt.... Erstmal. Wie ich es in der Zukunft handhaben werde, weiß ich noch nicht so genau.
Aktuell wissen weniger als zehn Menschen davon.
Aber ok ... Auf geht´s zu meinem Weg und schonmal Danke, dass Du Dich für diesen interessierst und auch irgendwie mit mir gehst. Wenn Du Fragen hast, dann immer her damit.

 Montag. Ich habe lange geschlafen, denn ich habe mir einen Tag frei genommen. Über das Wochenende sind wir in Bayern gewesen auf einem Larp Wochenende. Das war ganz schön anstrengend. Larp ist meistens anstrengend. Ich beschloss also, dass ich den Montag rumgammeln würde. Ich saß auf der Couch und hatte gerade den Fernseher angestellt als mein Handy klingelte. Ein Blick auf das Display verriet, dass es meine Krankenkasse war. Meine Krankenkasse hat in den letzten Monaten wirklich viel von mir abverlangt und ich war nicht richtig positiv auf sie zu sprechen. Im November 2015 begann meine Tortur. Aufgrund meines Übergewichts und die daraus entstandenen Begleiterkrankungen entschied ich mich für den erneuten Weg zur Ernährungsberatung. Die Ärztin dort schien mir nicht so motiviert und ratterte ihren Text runter. Wir sprachen über meine Misserfolge beim Abnehmen und sie fragte mich, ob eine Op für mich in Frage kommen würde. Natürlich hatte ich schon mal daran gedacht aber immer wieder verworfen. Der Weg war mir einfach zu steinig. Die Ärztin sagte mir, dass ich mich ja auf einen kompletten Antrag für die Op vorbereiten kann während meiner Ernährungsberatung und zum Schluss könnte ich immer noch selber entscheiden, ob ich den Antrag abgebe oder nicht. Ich erhielt eine Art Laufzettel, den ich abarbeiten sollte ebenso wie den ersten richtigen Termin zur Ernährungsberatung und fuhr nach Hause. Anfang Januar sollte es also los gehen.
Während den Wochen reichte ich bei meiner Krankenkasse den Kostenvoranschlag für die Kostenübernahme der Ernährungsberatung ein und ich erhielt nach wenigen Tagen die Rückmeldung, dass dieser im Rahmen der Leistungen zu 80% übernommen wird. Auch arbeitete ich den Laufzettel ab und wurde bei einer Endokrinologin vorstellig. Heraus kam, dass ich insulinresistent bin. Haben aber wohl viele dicke Menschen. Es ist quasi die Vorstufe von Diabetes und macht einem das Abnehmen wohl nochmal etwas schwerer. Jetzt mal nur so im Groben.

Am 1. Januar 2016 wachte ich morgens auf und hatte unnormale Schmerzen im rechten Knie. Wir waren wieder auf Larp und ich überlegte, ob ich mir Nachts irgendwo das Knie angeschlagen hatte. Nach langem untersuchen konnte ich jedoch nichts oberflächliches feststellen. Das Wochenende war für mich vorbei, denn ich konnte kaum noch mehr laufen. Aber ich hielt mich an dem Gedanken fest, dass alles was von alleine gekommen ist auch von alleine wieder geht. Ich wusste nicht zu diesem Zeitpunkt wie unsinnig doch dieser Gedanke war.

In der nächsten Woche begann meine Arbeit wieder und mein erster richtiger Termin zu Ernährungsberatung. Jung, hübsch, blond, sportlich und sympathisch. Das sind Eigenschaften die zu 200% auf meine Ernährungsberaterin zutreffen. Wir unterhielten uns auch hier über meinen Abnehmwerdegang und sie erklärte mir, dass sie mir nichts Neues mehr erzählen kann und dass sie mich gerne begleiten wird auf dem Weg zur OP. Nach wie vor hatte ich mich noch nicht entschieden aber ok. Sie riet mir, dass ich jetzt schon einen Termin im Krankenhaus zur ersten Besprechung machen sollte, denn auf diesen muss man wohl etwas warten. Gesagt - getan. Ich rief im zuständigen Krankenhaus an, ließ mich behandeln wie Abfall und erhielt aber zwei Termine Ende Juli. Die Dame am Telefon war so selten unfreundlich, dass ich schon ein schlechtes Gefühl hatte. Die Lust jemals einen Fuß in diese Klinik zu setzen war dahin.

Meine Schmerzen im Knie wurden leider nicht viel besser und ich entschied mich für einen Besuch bei meiner Hausärztin. Das war am 11. Januar 2016. Dort berichtete ich ihr von meinem Problemen und von meinem eventuellem Vorhaben eine Magen-OP durchführen zu lassen. Frau Dr. K. war direkt Feuer und Flamme und hielt das für die beste Möglichkeit  bei mir. Wegen meines Knies, sie stellte nur oberflächliche Schwellungen fest, schickte sie mich zum Orthopäden und zum Radiologen für ein MRT. Ich herhielt eine Krankmeldung für zwei Wochen. Der Orthopäde schaute einmal auf mein Knie (ohne es zu berühren oder so) setzte sich vor mir und sagte, dass er mir nicht helfen könne, denn die Schmerzen in meinem Knie würden durch mein krasses Übergewicht zustande kommen. Er benutzte übrigens wirklich das Wort "krass". Er schickte den Befund zu meiner Hausärztin und ich wurde dort wieder vorstellig. Meine Ärztin kam auf die Idee, dass der Orthopäde mir doch ein Attest schreiben könne, in dem er zu einer Gewichtsreduktion mittels Magen-OP rät. Und wieder ... gesagt - getan. Zwei Tage später hatte ich das Attest im Briefkasten.
Den Termin für das MRT nahm ich natürlich auch wahr. Mein Knie war hin ... Was man alles im Knie haben kann wusste ich bis dato auch nicht aber auch hier sagte die Ärztin, dass nur eine Gewichtsabnahme helfen kann. Um das alles hier etwas abzukürzen. Insgesamt bin ich fast neun Wochen krankgeschrieben gewesen. In meinem ganzen Leben bin ich noch nie so lange krankgeschrieben gewesen. Die Krankenkasse weigerte sich irgendwann das Krankengeld zu zahlen, weil ich ja arbeiten könnte. Damals war nur das Problem, dass ich Schmerzen beim Autofahren hatte und dass ich die Schmerztabletten aber nicht nehmen durfte, wenn ich Auto fahren würde. Ich entschied mich für die Einnahme der Tabletten im Büro. Großer Fehler. Ich saß wie auf einem anderem Trip im Büro und es drehte sich alles. Meine Kollegen beschrieben meine Gesichtsfarbe als kalkweiß. Am nächsten Tag entschied ich mich, die Schmerztabletten nur noch Nachts zu nehmen und damit kam ich dann irgendwie klar.
Die Ernährungsberatung besuchte ich übrigens weiterhin einmal im Monat.

Den Laufzettel arbeitete ich weiter ab und eigentlich hatte ich alles zusammen. Eigentlich. Wochen zuvor, als ich mal mit meinen Freunden der Krankenkasse telefonierte, sagte mir die Dame am Telefon, dass ich kein psychologisches Gutachten brauche. Daher reichte ich meinen Antrag auf Kostenübernahme für eine Schlauchmagen-OP bei der Krankenkasse ein. Ein paar Tage später erhielt ich einen Anruf von der Krankenkasse. Wo denn der Klinikbericht sei und das Gutachten... Who the fuck, dachte ich mir nur. Hier erzählt auch echt jeder was anderes. Das war Ende März und mein Besuch im Klinikum sollte doch erst im Juli sein. Und nun....? Ok, ich fragte Dr. Google um Rat nach Alternativen zum Klinikum, die ich ja eh doof fand und ich fand eine kleinere Klinik ca. 60 km von mir. Ein Anruf dort und eine Woche später saß ich dann auch schon dort. So eine nette, kleine Klinik. Alle Menschen waren so freundlich. Hier wollte ich meine OP durchführen lassen. Die beteuende Dame versprach mir die Unterlagen fertig zu machen und alles zu meiner KK zu schicken. Ich erhielt noch eine Liste mit Ärzten für ein psychologisches Gutachten.
Meine Krankenkasse gewährte mir zwei Woche um alles fehlende einzureichen. Oh jeh.
Das wurde schwierig. Ich erhielt natürlich bei uns in Karlsruhe keinen kurzfristigen Termin bei einem Psychologen und so fuhr ich (mal wieder) gut 80km in die Pfalz.
Gute Entscheidung. Netter Arzt, moderne Praxis und ein Gutachten für ganze 10 Euro. Anmerken muss ich hier, dass die anderen zwei Arztpraxen einmal 120 Euro verlangten und einmal 60.
Und mein 10 Euro Gutachten sollte eigentlich 15 Euro kosten aber ich hatte nur 10 Euro in bar dabei und ein Bezahlterminal gab es in der Praxis nicht. Ich wollte das Geld noch von der Bank holen aber die Arzthelferin meinte, dass das schon ok so sei.
Das Gutachten erhielt ich ein paar Tage später mit der Post und ich schickte es online zur Krankenkasse. Das Krankenhaus schickte in der Zwischenzeit auch die Unterlagen ein und der Antrag war fertig. Das war im April 2016.
Ich erhielt eine Info über die Bearbeitung meines Anliegens, dann eine Info darüber, dass das ganze vom MDK geprüft wird und ich wartete und wartete und wartete bis zu dem weit oben genannten Montagmorgen, 13. Juni 2016.

Also mein Handy klingelte und ich erkannte die Nummer der Krankenkasse sofort. Kurz kam mir der Gedanke, dass ich einfach nicht dran gehen sollte weil ich keine Lust auf irgendwelche Gespräche hatte und Aufforderungen mit Dingen, die ich noch erledigen sollte. Oder die " wie zufrieden sind sie " Anrufe. Aber ich nahm ab.
Die Dame am Telefon fragte mich, ob ich kurz Zeit hätte. Ja, hatte ich. Sie störte ja nur beim Frühstück. Ok. Ich hatte ja einen Antrag bei der Krankenkasse gestellt wegen einer Schlauchmagen-OP, begann sie zu berichten. Ja, auch das ist mir nicht entgangen. Und ob ich wüsste, dass der MDK dies geprüft hat. Ja, ich kann lesen, denn das Schreiben erhielt ich mit der Post. Und der MDK sieht diesen Eingriff auch für notwendig .... Schweigen ... Schweigen ... Schweigen ...


Da stand ich nun im Wohnzimmer und war sprachlos. Ich hatte mit allen gerechnet aber nicht damit. Ich habe mich auf monatelanges kämpfen vorbereitet, habe mir schon die Telefonnummer von diesem Anwalt aus FFM rausgesucht, einen Widerspruchstext usw.
Nein - nichts davon würde ich brauchen.
Als erstes rief ich meine Mutter an, dann meine Freundin und dann die Dame aus dem Krankenhaus. Da ich noch keine Magenspiegelung hatte, weil ich diese Prozedur nicht über mich ergehen lassen wollte für nichts und wieder nichts, machte ich bei einem Arzt dann noch einen Termin für genau diese Magenspiegelung aus. Leider muss ich drei Wochen auf diesen Termin warten. Er ist am 8. Juli 2016. Hätte ich ihn doch schon früher gemacht aber ... Hätte, hätte Fahrradkette. Nie im Leben hätte ich mit einem positiven Bescheid gerechnet... Also alles gut.
Am 18. Juli 2016 erfahre ich dann meinen OP-Termin und dann geht es in die erste Flüssigkeitsphase.


Wie ich mich fühle, was ich denke, vorhabe und für Blödsinn gemacht habe, dass erzähle ich Euch an einem anderen Tag.
Ich möchte Euch hier so oft wie es geht updaten und wenn ihr Fragen habt zur Antragsstellung, helfe ich Euch gerne weiter, so fern es mir möglich ist.


Ich erwähnte ja schon, dass ich aus der Nähe von Karlsruhe komme. Hier kann ich Euch Ärzte usw. ermpfehlen.


Übrigens habe ich in dem anderen Klinikum meine Termine abgesagt. Das war auch eine prägende Geschichte und davon berichte ich Euch beim nächsten mal.


Es grüßt Euch


Eure Stina


PS. Die Rechtschreibfehler sind ein geheimer Code, den man entschlüsseln muss. Das Wort was dabei raus kommt, hilft dabei, die Weltherschaft an sich zu reißen.

29.6.16 15:50

Letzte Einträge: Der Termin steht... , Die Flüssigkeitsphase beginnt!!!, Zwischen Joghurt und Suppe

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